Ein Interview mit der Künstlerin und Bloggerin Susanne Haun

Die Business-Kommunikation so gestalten, dass sie einem nicht über den Kopf wächst, sondern zielgerichtet in einen Flow kommt. Ein Thema, dass für alle Solo-Selbstständigen wichtig ist. Kürzlich habe ich dazu ein Netzwerktreffen mit Selbstständigen hier in der Remise Steglitz durchgeführt. Besonders beindruckt hat mit das kreative und gleichzeitig sehr strukturierte Vorgehen der Künstlerin Susanne Haun, die ich kurz danach besucht und interviewt habe.

Zeit einteilen und fokussieren
„Ein strukturierter Tagesablauf hilft mir, meine Zeit sinnvoll einzuteilen und wirklich produktiv zu sein. Ich bin da sehr diszipliniert und gliedere meinen Tag. Morgens bin ich kreativ und produktiv. Ich starte gewöhnlich mit einer Zeichnung. Anschließend schreibe ich meinen täglichen Blogbeitrag und kümmere mich um die sozialen Medien. Dafür brauche ich eine, maximal zwei Stunden am Vormittag. Die Themen für den Blog plane ich für jeweils eine Woche und länger als 30 Minuten halte ich mich nicht im Netz auf. Neben der disziplinierten Tagesplanung habe ich eine Wochenplanung und schaffe mir bestimmte Rhythmen im Jahr.“

Ziele setzen
„Mir ist es wichtig, täglich zwei Kontakte anzusprechen, das können bestehende Kontakte sein oder am besten neue. Heute habe ich zum Beispiel bei der Berliner Woche angerufen um herauszufinden, wer genau für den Wedding zuständig ist. Das gleiche beim Tagesspiegel, denn ich möchte meine Presseinformation für den kommenden Salon an die richtige Person schicken. Oder ich schreibe Menschen, die ich auf Veranstaltungen kennen gelernt habe, wenn mich interessiert, was sie tun. Ich verfolge damit kein bestimmtes Ziel, mir ist es einfach wichtig, dass man in Kontakt bleibt. Wenn ich eine Idee habe weiß ich, da gibt es Personen, mit denen ich das besprechen und weiter entwickeln kann.“

Anlässen schaffen
„Vier mal im Jahr veranstalte ich einen Salon hier in meinem Kunstraum. Ich zeige meine eigenen Arbeiten und lade für einen zusätzlichen Mehrwert Partner ein, die den Salon bereichern. Die halten kleine Präsentationen oder Vorträge zu Themen, die meine Gäste interessieren. Dabei ging es beispielsweise um die Akzeptanz textiler Kunst, Malerei und Poesie oder der Dynamik von Kränkung. Eine junge Bekannte erzählte von ihren Erlebnissen in Ghana.
Nicht jeder Salon ist gut besucht, manchmal kommen nur eine Handvoll Leute. Aber das macht nichts, mit denen kann ich mich dann viel intensiver austauschen. Andere Salons ziehen viele Menschen an. Ich halte an dem Konzept fest, denn es macht Spaß und entspricht mir. Rückblickend betrachtet hat sich jeder Salon gelohnt, wertvolle Erfahrungen und neue Kontakte gebracht.“

Strukturiert vorgehen
„Drei Monate sind ein überschaubarer Zeitraum. Im Vorfeld meines Salons gibt es ja bestimmte Dinge, die ich immer wieder tun muss: beispielsweise die Werbung auf zwei Kunst-Portalen oder die Werbung in meinem Blog. Hier stelle ich die einzelnen Ausstellungs-Elemente und den Beitrag der Partner vor. Dann müssen die Einladung geschrieben und über meine verschiedenen Verteiler verschickt werden. Drei Wochen vor meinem Salon verschicke ich meine Pressemitteilung. Diese einzelnen Aktivitäten brauchen einen gewissen Vorlauf. Ich teile mir das zeitlich so ein, dass es gut zu schaffen ist.“

Synergien nutzen
„Ich blogge täglich über aktuelle Arbeiten, Gedanken und Zeitungsartikel, die mich inspirieren und von denen immer einige in meinem Arbeitszimmer liegen. Wenn ich einen Salon vorbereite, blogge ich darüber und freue mich, welche Synergien sich ergeben. Für meinen nächsten Salon arbeite ich mit einer Kuratorin zusammen, die stelle ich in meinem Blog vor, so wird sie bekannter und ist inzwischen auch bei google zu finden, was vor einigen Wochen noch nicht der Fall war. Sie schreibt eine Rede und Texte, die ich für die Bewerbung des Salons und die Pressearbeit nutzen kann. Außerdem habe ich so gleich eine Referenz für meine Mappe und weitere Beiträge für meinen Blog. Wir inspirieren uns gegenseitig und können uns den Salon, den wir gemeinsam vorbereiten und durchführen wahrscheinlich als Praxisseminar für unser Studium anerkennen lassen. So wird die Kommunikation rund und kommt in einen Flow.“

Kommunikationskanäle auswählen
„Veranstaltungen oder Vorträge zu besuchen kostet mich am meisten Zeit, darum wähle ich da sehr sorgfältig aus. Ich netzwerke hauptsächlich online und über Telefongespräche. Das funktioniert gut, da ich durch meinen Blog und die Aktivitäten in den sozialen Medien sehr gut sichtbar bin und viele Menschen mir folgen.
Auf Facebook poste ich regelmäßig, manchmal mehrmals täglich, lese aber nicht viel, weil ich mich nur maximal 30 Minuten bei Facebook aufhalte. Trotzdem kann ich dort gut Kontakte halten und meine Leser erreichen.
Über twitter verkaufe ich meiner Bücher gut – das habe ich besonders gemerkt, als ich twitter einige Zeit nicht bedient habe. Da sind dann auch meine Verkaufszahlen zurückgegangen. Darum schicke ich zwischendurch immer wieder tweets, zum Beispiele wenn ich an meinem Blog arbeite oder eine kurze Kaffeepause mache. Hier macht es die Menge – zurzeit habe ich über 1.800 Follower.“

Aktiv neue Kontakte knüpfen
„Bei jedem Salon oder bei den Kursen, die ich gebe lege ich immer Listen aus, in die sich die Teilnehmer eintragen können. Auf dem letzten Kunstmarkt, auf dem ich meine Arbeiten verkauft habe, konnte ich zwei Seiten mit Kontakten füllen.
Mit ist eine freundliche und persönliche Ansprache wichtig, ich begrüße meine neuen Kontakte per Email.
Und ich schaue mir andere Blogbeiträge an, gucke, ob mich das interessiert, ganz intuitiv. Wenn es passt, schreibe ich die Leute an und stelle mich vor, erzähle, was mich anspricht.“

Verteiler aufbauen und pflegen
„Ich führe eine Liste mit Kontaktdaten, in die ich auch eintrage, bei welchem Anlass ich die Person getroffen habe, was besprochen wurde, welche Empfindungen oder Ideen ich hatte, ob die Person etwas bei mir gekauft hat oder über welches Thema wir uns unterhalten haben. Wenn ich dann eine neue Idee habe, kann ich so die passenden Personen finden und gezielt Kontakt aufnehmen.“

Schritt für Schritt vorgehen
„Das man bewegungslos vor einem riesigen Berg Arbeit sitzen bleibt – das habe ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt. Ich kann ja auch nicht alles an einem Tag erledigen. Darum gehe ich ganz bewusst Schritt für Schritt vor.
Ich habe diese Bild: Wenn ich zurückgezogen im Café sitze bekomme ich keine neuen Kontakte, aber wenn ich mich umschaue und anfange nach rechts und nach links zu reden dann kommt das Kontakten automatisch.

Ich will mit meiner Kommunikation nicht sofort und in erster Linie verkaufen. Mir geht es darum, mich zu zeigen, zu teilen, Vertrauen aufzubauen und herauszufinden, ob wir zusammen passen.“

Wenn du deine Kommunikation ebenso wirkungsvoll planen, umsetzen und in einen Flow bringen willst, abonniere unseren Newsletter oder sprich mich an. Das Team der Remise Steglitz bietet Unterstützung in verschiedenen Formaten und freut sich darauf, dich kennen zu lernen.

Eure Susanne Jestel
www.jestelpr.de